Tiger in Thailand: Zwischen Schutzreservaten und grausamen Touristenparks
Amelie KrügerTiger in Thailand: Zwischen Schutzreservaten und grausamen Touristenparks
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch den Tiger Park in Pattaya, wo Touristen Schlange stehen, um sich mit den Großkatzen fotografieren zu lassen. Doch hinter den Kulissen wachsen die Sorgen um das Wohl dieser Tiere. Aktuelle Todesfälle und harte Dressurmethoden haben scharfe Kritik von Tierschutzorganisationen ausgelöst.
In zwei Einrichtungen im Norden Thailands starben im vergangenen Jahr 72 Tiger an Staupe und bakteriellen Infektionen. Gleichzeitig leben noch etwa 200 Tiger in den geschützten Wildreservaten des Landes, wo sich die Bestände dank Naturschutzmaßnahmen seit Anfang der 2010er-Jahre langsam erholen. Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen und die Eindämmung von Mensch-Tier-Konflikten spielten dabei eine entscheidende Rolle.
Besucher in Parks wie dem Tiger Park Pattaya dürfen die Tiere streicheln und sich mit ihnen ablichten lassen. Eine einjährige Tigerin namens Nivea wurde kürzlich schlafend auf einer Holzplattform beobachtet – scheinbar gelassen. Dennoch verurteilen Tierschutzgruppen wie PETA Asien die Haltungsbedingungen: zu enge Gehege und die ständige Konfrontation mit Menschenmassen seien unhaltbar.
Noch umstrittener sind die Dressurmethoden. Schon im Jungtieralter werden Tiger oft mit brutalen Techniken "gebrochen", um sie gefügig zu machen. Eine chinesische Familie verließ den Park mit gemischten Gefühlen und hinterfragte die Ethik solcher Nahbegegnungen.
Der Kontrast könnte größer nicht sein: Während die wildlebenden Tiger Thailands dank Schutzbemühungen langsam wieder Fuß fassen, kämpfen die Tiere in Gefangenschaft mit prekären Bedingungen. Die Reservate geben Anlass zur Hoffnung, doch die Parks stehen weiterhin wegen der Behandlung und Unterbringung der Tiere in der Kritik. Behörden und Aktivisten fordern nun strengere Vorschriften, um die vom Aussterben bedrohten Raubkatzen besser zu schützen.






