07 June 2026, 21:02

Frauenkollektiv in Mexiko kämpft gegen digitale Gewalt und Täternetzwerke

Hacktivisten nehmen sexuelle Inhalte offline und erstellen eine Liste von Tätern; Es gibt bisher 44.000 Berichte von digitaler Gewalt in dieser Regierung

Frauenkollektiv in Mexiko kämpft gegen digitale Gewalt und Täternetzwerke

Eine kleine, aber entschlossene Gruppe von Frauen in Mexiko wehrt sich gegen digitale Gewalt. Das DLR-Kollektiv, 2019 von Andy Torres gegründet, setzt sich dafür ein, explizite sexuelle Inhalte aus dem Netz zu entfernen, und unterstützt Opfer von Missbrauch. Ihre Arbeit hat weitverzweigte Täternetzwerke aufgedeckt – darunter auch Regierungsvertreter.

Torres begann ihr Engagement, nachdem eine enge Freundin Opfer digitaler Gewalt geworden war. Diese Erfahrung veranlasste sie, das DLR-Kollektiv – benannt nach den Initialen ihrer Mutter – zusammen mit acht weiteren Frauen zu gründen, die ähnliche Übergriffe erlebt hatten. Gemeinsam kämpfen sie gegen das wachsende Problem der nicht einvernehmlichen Verbreitung intimer Bilder.

Die Arbeit der Gruppe förderte erschreckende Muster der Ausbeutung zutage. 2024 deckten sie die Sierra-XXX-Gruppe auf, ein Netzwerk von 140 Beamten aus Oaxaca, die explizites Material mit Frauen verbreiteten. Zudem erstellten sie zwei öffentliche Listen mit über 540 mutmaßlichen Sexualstraftätern in ganz Mexiko.

Täglich erreicht das Kollektiv etwa 80 Meldungen über die ungewollte Verbreitung sexueller Inhalte. Die Opfer leiden oft unter schweren Folgen wie PTBS, Angststörungen und Depressionen – bestätigt durch forensische Gutachten. Viele brechen ihre Ausbildung ab, kündigen ihre Jobs oder ziehen sich komplett aus der Gesellschaft zurück.

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Das DLR-Kollektiv rät Betroffenen, vor der Löschung von Inhalten offiziell Anzeige zu erstatten. Ohne rechtliche Beweise gestaltet sich die Verfolgung der Täter deutlich schwieriger.

Die Ermittlungen des Kollektivs haben verborgene Missbrauchsstrukturen ans Licht gebracht. Ihre Arbeit unterstützt weiterhin Opfer und fordert Verantwortung in Fällen digitaler Gewalt ein. Durch die Dokumentation von Tätern und die Begleitung von Überlebenden streben sie an, die langfristigen Schäden durch Online-Ausbeutung zu verringern.

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