Gabriel Boric verabschiedet sich: Chiles Präsident zieht Bilanz nach vier Jahren
Greta WolfGabriel Boric verabschiedet sich: Chiles Präsident zieht Bilanz nach vier Jahren
Chiles Präsident Gabriel Boric hielt seine letzte Ansprache vor seinem Amtsantritt ab und erklärte, das Land befinde sich "in besserer Verfassung als noch vor vier Jahren". Mit 40 Jahren verlässt er das Amt, das er mit 36 übernommen hatte – und damit endet eine Amtszeit, die sowohl Erfolge als auch Herausforderungen mit sich brachte.
Boric begann seine Abschiedsrede mit der Anerkennung der Schwächen seiner Regierung. Er nannte den fehlgeschlagenen Umgang mit dem Fall Monsalve sowie den gescheiterten Kauf des ehemaligen Wohnhauses von Salvador Allende als zentrale Fehler. Zudem bedauerte er unerfüllte Versprechen, darunter die Nichtumsetzung der Abschaffung von Studiengebührenschulden und die Blockade einer nationalen Kinderbetreuungsinitiative aufgrund mangelnder politischer Unterstützung.
In seiner Rede dankte er seinen Unterstützern und bekräftigte sein Engagement für ein gerechteres Chile. Er gelobte, sich auch nach seiner Amtszeit weiter für ein Land einzusetzen, das "gerechter, würdevoller und gleichberechtigter" sei. Der scheidende Präsident sicherte zudem einen reibungslosen Machtwechsel an seinen Nachfolger, José Antonio Kast, zu.
Kast, der das Amt übernehmen wird, wird Chiles erster rechtsextremer Präsident seit der Wiederherstellung der Demokratie. Borics Abgang markiert eine politische Wende im Land und schließt ein Kapitel ab, das von progressiven Reformen und anhaltenden Herausforderungen geprägt war.
Borics Präsidentschaft endet mit einer Mischung aus Fortschritten und unerreichten Zielen. Sein Nachfolger steht nun vor der Aufgabe, eine Nation zu führen, die weiterhin mit Ungleichheit und politischen Spaltungen kämpft. Der Übergang zur Regierung Kast wird zeigen, wie Chile diese Probleme in Zukunft angehen wird.






