Geheimnisvolle DDR-Ruine auf Pfählen für 60.000 Euro ersteigert – doch was darf der Käufer damit?
Lukas FrankeGeheimnisvolle DDR-Ruine auf Pfählen für 60.000 Euro ersteigert – doch was darf der Käufer damit?
Verfallene Militärruine auf Pfählen für 60.000 Euro versteigert
Eine baufällige Militärruine auf Stelzen ist bei einer Auktion für 60.000 Euro den Besitzer gewechselt. Die verlassene Anlage mit dem Namen Ostervilm liegt in der Ostsee nahe der Insel Vilm. Der neue Eigentümer muss sich jedoch strengen Auflagen unterwerfen, was mit dem Objekt geschehen darf.
Ostervilm war einst eine abgesperrte Marinebasis der DDR und blieb bis 1989 unter der Kontrolle der Volksmarine jahrzehntelang unzugänglich. Noch heute unterhält die deutsche Marine ähnliche Stützpunkte in Kiel und Wilhelmshaven.
Die Anlage ruht auf 600 hölzernen Pfählen, die in zehn Metern Wassertiefe verankert sind. Ihr Betonrahmen ist mit Eisenplatten und Holzverkleidungen ummantelt, doch der Zahn der Zeit hat sie in eine Ruine verwandelt. Trotz des Verfalls ist Ostervilm von der Südküste Rügens aus gut zu erkennen und liegt in der Nähe von Vilm, einem geschützten Naturschutzgebiet.
Mit einem Startgebot von 39.000 Euro wurde das Objekt am 4. Juni verkauft. Doch der Käufer darf es rechtlich nicht nutzen. Es gibt weder einen sicheren Zugang noch eine Infrastruktur, und eine Baugenehmigung wäre ohne einen unmöglich umsetzbaren Bebauungsplan nicht zu erhalten. Auch die militärische Vergangenheit der Anlage schränkt größere Veränderungen ein.
Der neue Besitzer besitzt nun ein Stück Zeitgeschichte des Kalten Krieges – doch mit kaum Spielraum für eine Nutzung. Ohne rechtlichen Zugang oder Entwicklungsmöglichkeiten bleibt Ostervilm ein Relikt in der Ostsee. Seine Zukunft ist ungewiss, geprägt von der abgelegenen Lage und strengen Vorschriften.






