Grönlands geheime Kriegsrolle: Wie die Arktis-Insel die Alliierten stärkte
Amelie WeberGrönlands geheime Kriegsrolle: Wie die Arktis-Insel die Alliierten stärkte
Grönland spielte im Zweiten Weltkrieg eine unauffällige, aber entscheidende Rolle – trotz seiner abgelegenen Lage in der Arktis. Die damals unter dänischer Herrschaft stehende Insel entwickelte sich nach dem Kriegseintritt der USA zu einem strategisch wichtigen Stützpunkt der Alliierten. Ihr Engagement im Krieg veränderte nicht nur die Verwaltung Grönlands, sondern prägte auch die Beziehungen zu Dänemark und den USA nachhaltig.
Am 9. April 1941, fast acht Monate bevor die USA offiziell in den Krieg eintraten, unterzeichnete der dänische Gesandte Henrik Kauffmann in Washington ein Abkommen, das amerikanischen Truppen die Einrichtung von Militärbasen in Grönland erlaubte. Zu diesem Zeitpunkt lebten auf der Insel etwa 18.000 Einheimische, weniger als 500 Dänen – und nach Ankunft der US-Streitkräfte Tausende Soldaten.
Bereits am 11. Dezember 1941, nur wenige Tage nach dem Angriff auf Pearl Harbor, trat Grönland offiziell in den Krieg ein. Die US-Armee übernahm die Kontrolle über die Cryolith-Mine in Ivittuut, eine entscheidende Ressource für die Aluminiumproduktion. Die Basis Bluie West One im Süden Grönlands wurde zum Zentrum der Greenland Patrol der US-Küstenwache und des Greenland Base Command der Army Air Forces. Von hier aus operierten Kampfeinheiten, die feindliche Aktivitäten im Nordatlantik überwachten.
Da Dänemark von den Nationalsozialisten besetzt war, übernahm die lokale Verwaltung unter Gouverneur Eske Brun Notstandsbefugnisse. Grönland gab während des Krieges sogar eigene Währung und Briefmarken heraus. Doch mit Kriegsende im Mai 1945 kehrte die Insel unter die direkte Kontrolle Kopenhagens zurück – die Vorkriegsordnung war wiederhergestellt.
Die Kriegserfahrung hinterließ in Grönland tiefe Spuren: Die strategische Bedeutung der Insel festigte die Bindungen zu den USA, während die Verwaltung für kurze Zeit eigenständig agierte, bevor sie wieder unter dänische Hoheit fiel. International als Teil Dänemarks anerkannt, zeigte Grönlands Rolle im Konflikt, dass seine Bedeutung weit über seine geringe Bevölkerungszahl hinausging.






