Heino gibt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann nach Hymnen-Eklat
Lukas FrankeHeino gibt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann nach Hymnen-Eklat
Eine umstrittene Entlassung bei einer Feuerwehrmeisterschaft hat eine Welle der Solidarität mit einem ehemaligen Funktionär ausgelöst. Richard Mänder, ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig, wurde von seinen Aufgaben enthoben, nachdem er bei einer offiziellen Veranstaltung die vollständige Version der deutschen Nationalhymne – inklusive der umstrittenen ersten Strophe – abgespielt hatte. Als Reaktion darauf gab der deutsche Sänger Heino ein Solidaritätskonzert in der Stadt, das Hunderte von Besuchern anzog.
Der Vorfall ereignete sich im August 2025 während der Eröffnungsfeier der Deutschen Feuerwehrsportmeisterschaften in Torgau, Sachsen. Mänder, der für die musikalische Untermalung der Veranstaltung verantwortlich war, spielte Heinos Aufnahme des Deutschlandlieds aus den 1970er-Jahren ab – mit allen drei Strophen. Die erste Strophe, die heute wegen ihrer historischen Assoziationen kaum noch gesungen wird, führte zu seiner sofortigen Absetzung von allen Schiedsrichterrollen. Der Deutsche Feuerwehrverband bestätigte die Entscheidung später, gab jedoch keine weitere Begründung an.
Mänder behauptete, die erste Strophe sei versehentlich mit eingespielt worden, und machte einen Fehler bei der YouTube-Suche dafür verantwortlich. Er bestritt jegliche politische Motivation und fühlte sich zu Unrecht als rechtsextrem gebrandmarkt. Trotz seiner Beschwerden hielt der Verband an den Sanktionen fest, sodass Mänder weiterhin von künftigen Aufgaben ausgeschlossen bleibt.
Heino, der selbst eine bekannte Aufnahme der Hymne eingespielt hat, kritisierte die Entlassung öffentlich. Sein Manager, Helmut Werner, wies die Behauptung zurück, die erste Strophe sei verboten, und nannte die Reaktionen auf Mänder ungerechtfertigt. Um seine Unterstützung zu zeigen, organisierte Heino ein kostenloses Konzert in Bad Belzig an einem kürzlichen Samstag. Rund 800 Menschen nahmen teil, viele von ihnen schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen. Einige im Publikum skandierten "Ostdeutschland, Ostdeutschland!" und tanzten zu Hits wie Layla und Karamba, Karacho, ein Whiskey.
Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen reisten extra zur Veranstaltung an, um ihre Solidarität zu zeigen. Werner betonte später, das Konzert sei keine politische Stellungnahme, sondern ein Zeichen der Unterstützung für Mänder gewesen, der sich von seiner eigenen Organisation im Stich gelassen fühlte.
Das Konzert endete ohne weitere Zwischenfälle, doch der Streit um Mänders Entlassung bleibt ungelöst. Der Deutsche Feuerwehrverband hat seine Entscheidung nicht zurückgenommen, während Mänder weiterhin jede Schuld von sich weist. Der Vorfall hat die anhaltenden Spannungen um die erste Strophe der Hymne und ihren Platz bei öffentlichen Anlässen erneut ins Rampenlicht gerückt.






