29 March 2026, 16:07

Kohleausstieg in Gefahr: Merz plant Verlängerung der Kraftwerke trotz Klimaziele

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Kohleausstieg in Gefahr: Merz plant Verlängerung der Kraftwerke trotz Klimaziele

Deutschlands geplanter Kohleausstieg könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Verlängerung des Betriebs bestehender Kraftwerke ins Spiel gebracht hat. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Land mit Versorgungsengpässen kämpft und gleichzeitig der Strukturwandel in Braunkohleregionen wie der Lausitz voranschreitet. Parallel dazu baut der Energiekonzern LEAG seine Erneuerbaren-Projekte in der Region aus.

Merz argumentierte, dass Kohlekraftwerke möglicherweise über die geplanten Abschalttermine hinaus laufen müssten, um die Stromversorgung Deutschlands zu sichern. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um mögliche Engpässe zu überbrücken. Seine Aussagen werfen die Frage auf, ob der für 2038 vorgesehene Kohleausstieg verschoben werden könnte.

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Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), sich gegen eine Verzögerung auszusprechen. Sie betonten, wie wichtig es sei, Zusagen gegenüber den Beschäftigten einzuhalten und die Investitionen in den Strukturwandel der Lausitz fortzuführen. Die Region, die stark vom Braunkohleabbau abhängt, steuert bereits eine Wende ein: LEAG erweitert dort Wind- und Solarprojekte.

Der deutsche Kohleausstieg ist mit erheblichen Finanzmitteln verbunden, darunter 1,75 Milliarden Euro als mögliche Entschädigung für LEAG sowie 7,6 Milliarden Euro, die zwischen 2027 und 2030 für Klimaprogramme vorgesehen sind. Die Gesamtkosten des Umstiegs bleiben jedoch unklar, da keine einheitliche Summe alle staatlichen Investitionen und Ausgleichszahlungen bis 2038 abdeckt.

Merz' Vorschlag, den Betrieb von Kohlekraftwerken zu verlängern, könnte den Zeitplan der Energiewende beeinflussen. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit und Klimazielen – besonders in Regionen wie der Lausitz. Gleichzeitig signalisiert LEAGs Ausbau der Erneuerbaren, dass der Wandel unabhängig von politischen Diskussionen voranschreitet.

Quelle