Hotel Neptun feiert 55 Jahre zwischen DDR-Erbe und Küstenflair
Hotel Neptun in Warnemünde bei Rostock feiert im Juni sein 55-jähriges Jubiläum
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1971 hat das Wahrzeichen der Region über neun Millionen Gäste aus mehr als 120 Ländern empfangen. Zum Festakt erstrahlt das Gebäude nun mit 55 Balkonen, die in goldenen Stoff gehüllt sind – eine auffällige Installation des Künstlers Jörg Wähner.
Ursprünglich als staatliches Erholungsdomizil für die Elite der DDR erbaut, waren die ersten Gäste vor allem „verdiente Werktätige“, die von den Behörden ausgewählt wurden und pro Woche 300 Mark der DDR zahlten. Doch hinter den Kulissen übte die Stasi strenge Kontrolle aus: Bis zum Fall der Berliner Mauer überwachten rund 250 inoffizielle Mitarbeiter die Vorgänge im Hotel.
Trotz der politischen Vergangenheit haben sich einige Traditionen erhalten. Die Broiler-Bar im Erdgeschoss serviert nach wie vor ihr legendäres knuspriges Frittenhähnchen, ein langjähriger Liebling der Gäste. Über die Jahrzehnte entwickelte sich das Hotel von einer abgeschotteten Staatseinrichtung zu einem internationalen Reiseziel, das Besucher aus aller Welt anzieht.
Die goldene Stoffinstallation bleibt während der gesamten Jubiläumsfeierlichkeiten zu sehen. Die Geschichte des Hotels – von den Stasi-Verstrickungen bis hin zur Rolle als Touristenmagnet – spiegelt die größeren Veränderungen wider, die Deutschland in den letzten fünf Jahrzehnten durchlaufen hat. Heute ist es zugleich ein Relikt der Vergangenheit und ein lebendiger Teil des Küstenflairs von Warnemünde.






