"Junge Freiheit": Vom Fahrradtransport zur polarisierenden Medienmacht mit 40-jähriger Skandalgeschichte
Amelie Weber"Junge Freiheit": Vom Fahrradtransport zur polarisierenden Medienmacht mit 40-jähriger Skandalgeschichte
Die rechtspopulistische Wochenzeitung Junge Freiheit steht seit Jahrzehnten im Kreuzfeuer der Kritik – von Brandanschlägen bis hin zu staatlicher Überwachung. 1986 mit einer Auflage von nur 400 Exemplaren gegründet, entwickelte sich das Blatt zu einer polarisierenden Stimme im deutschen Medienland. Seine Geschichte ist geprägt von Protesten, juristischen Auseinandersetzungen und sogar Gewalt gegen Mitarbeiter.
Bescheiden begann alles 1986, als Dieter Stein die ersten 400 Exemplare in einem Pappkarton auf seinem Fahrrad mit nach Hause nahm. In den Anfangsjahren verdiente niemand Geld mit der Zeitung – die Mitwirkenden deckten lediglich die Druckkosten. Später verlegte Stein die Redaktion nach Berlin, noch vor dem offiziellen Umzug der Regierung in die wiedervereinte Hauptstadt.
Doch die Aufmerksamkeit, die das Blatt auf sich zog, war nicht immer positiv. 1993 demonstrierten rund 2.000 Menschen gegen die Junge Freiheit und warfen ihr Verbindungen zur extremistischen Szene vor. Zwei Jahre später wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt – einer von mehreren Anschlägen auf die Zeitung. Einige Leser berichteten sogar, sie seien allein wegen ihres Abonnements abgehört worden.
Es folgte staatliche Beobachtung: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nahm die Zeitung wegen des Verdachts auf Extremismus ins Visier. Jahrzehnte später, zum 40-jährigen Jubiläum, sah sich Stein selbst mit kritischen Fragen seiner eigenen Social-Media-Redaktion zur Geschichte des Blattes konfrontiert.
Von einer kleinen Auflage zu landesweiten Debatten – die Junge Freiheit bleibt eine spaltende Kraft im deutschen Medienbetrieb. Ihre Geschichte umfasst Gerichtsprozesse, öffentliche Proteste und gewalttätige Angriffe auf Mitarbeiter. Die Zukunft der Zeitung wird voraussichtlich weiterhin für Diskussionen sorgen – und für Kontroversen.






