Koblenz erhöht Kreisumlagen für Berufsschulen drastisch – doch das Defizit bleibt
Amelie WeberKoblenz erhöht Kreisumlagen für Berufsschulen drastisch – doch das Defizit bleibt
Die Stadt Koblenz steht vor massiven finanziellen Herausforderungen bei der Finanzierung ihrer Berufsschulen. Seit Jahren decken die Zahlungen der umliegenden Kreise nicht die tatsächlichen Kosten, was zu einem Defizit von über fünf Millionen Euro seit 2014 geführt hat. Nun plant die Stadt, die Beiträge drastisch zu erhöhen und das System langfristig zu reformieren. Bisher zahlten die umliegenden Kreise Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald lediglich 190 Euro pro Schüler. Die realen durchschnittlichen Kosten für Teilzeit-Schüler liegen jedoch bei 406,80 Euro. Da die Umlagen nie an die steigenden Ausgaben angepasst wurden, entstand ein jährliches Defizit von über 400.000 Euro.
Ab Januar 2023 wird Koblenz die Beiträge rückwirkend auf 300 Euro pro Schüler erhöhen. Ab 2028 soll der Satz dann auf 400 Euro steigen. Zudem plant die Stadt, die Kosten künftig regelmäßig zu überprüfen und die Kreisumlagen entsprechend anzupassen, um weitere Defizite zu vermeiden.
Der Rechnungsprüfungsausschuss fordert unterdessen Aufklärung, warum die notwendigen Anpassungen trotz jahrelang steigender Ausgaben verschleppt wurden. Parallel prüft Koblenz, ob über eine Berufshaftpflichtversicherung Entschädigungen geltend gemacht werden können. Die geplanten Erhöhungen der Kreisumlagen werden die Haushaltsbelastung Koblenz’ zwar verringern, doch bleibt ein Defizit von fünf Millionen Euro seit 2014 bestehen. Ob die Maßnahmen ausreichen, um die Finanzlage nachhaltig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten. Die Stadt setzt darauf, durch regelmäßige Anpassungen künftige Fehlbeträge zu vermeiden.






