Künstler DMR verarbeitet Drogenkrieg-Trauma in bewegender Solo-Ausstellung
Greta WolfKünstler DMR verarbeitet Drogenkrieg-Trauma in bewegender Solo-Ausstellung
Der Künstler Dominic Matthew Ricardo, auch bekannt als KOMPOZTIKA und DMR, präsentiert in der Galerie Inatù im Atua Midtown-Viertel seine erste Solo-Abschlussausstellung KUNGPUSILONTIKAAA. Die Schau setzt sich intensiv mit einem traumatischen Erlebnis während des Philippinischen Drogenkriegs im Jahr 2017 auseinander, als vermummte Staatskräfte das Haus seiner Familie überfielen. In Gemälden und Gedichten lotet er die Themen Macht, Gewalt und persönliche Heilung aus.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Dominics Erfahrung als Schüler im Jahr 2017. Bewaffnete Männer mit verdeckten Gesichtern drangen in sein Zuhause ein, erpressten seine Familie und raubten ihren Besitz. Einer der Eindringlinge höhnte ihn mit den Worten an: „Kung pusilon tika? Maunsa man ka?“ („Wenn ich dich erschieße – was wird dann aus dir?“). Dieser Moment brannte sich tief in sein Gedächtnis ein und prägte später sein künstlerisches Schaffen.
In den folgenden Jahren begann Dominic, die Trauer in seiner Kunst zu verarbeiten. In seinen Skizzen tauchten vermummte Gestalten und gottähnliche Figuren auf. Für seine Abschlussarbeit entschied er sich, diese Zäsur aufzuarbeiten – auf der Suche nach innerem Frieden durch seine kreative Praxis. Sein Konzept der „Situational Gods“ (sinngemäß: „Götter der Situation“) hinterfragt, wie sich Machtverhältnisse zwischen Unterdrückern und Opfern verschieben und wer in Momenten der Krise tatsächlich die Kontrolle besitzt.
Herzstück der Ausstellung ist die Figur JOD – eine Verkörperung staatlicher Gewalt und der gewalttätigen Hybris eines Götterkomplexes. Dominics Arbeitsprozess beginnt mit handschriftlichen Gedichten auf Papier, die er anschließend in Gemälde überträgt. Der Kontrast zwischen seinen zarten, lyrischen Worten und den expressiven, kraftvollen Leinwänden schafft eine faszinierende Zweideutigkeit im Ausdruck.
Gleichzeitig ermutigt er andere Künstler:innen, sich in ihrer Arbeit ehrlich mit eigenen Traumata auseinanderzusetzen. Für Dominic markiert diese Ausstellung nicht nur einen künstlerischen Meilenstein, sondern auch einen Schritt hin zum Loslassen.
Die Schau ist weiterhin in der Galerie Inatù zu sehen und bietet Besucher:innen eine ungeschönte, persönliche Reflexion über Überleben und Macht. Dominics Werk verbindet seine individuelle Geschichte mit grundlegenden Fragen zu staatlicher Gewalt und Widerstandsfähigkeit. Die Ausstellung steht somit gleichermaßen für ein künstlerisches Vermächtnis wie für seinen Weg zur Heilung.






