11 April 2026, 16:06

Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – während sie heimlich als Heilpraktikerin arbeitete

Mann in Schuhen sitzt an einem Schreibtisch mit Büchern und Gegenständen, gegenüber einer Gruppe von Kindern, mit Papieren an der Wand dahinter.

Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – während sie heimlich als Heilpraktikerin arbeitete

Lehrerin in Nordrhein-Westfalen seit über 16 Jahren auf bezahlter Krankschreibung – während sie privat als Alternativmedizinerin arbeitete

Eine Lehrerin in Nordrhein-Westfalen bezieht seit mehr als 16 Jahren ihr volles Gehalt über eine Krankschreibung, während sie gleichzeitig in eigener Praxis als Alternativmedizinerin tätig war. Nun ermitteln die Behörden wegen des Verdachts auf Betrug und Pflichtverletzung – nachdem in all den Jahren nie eine amtliche ärztliche Überprüfung stattfand. Der Fall löst Forderungen nach schärferen Kontrollen bei Langzeiterkrankungen im Land aus.

Die an der Berufskolleg Wesel beschäftigte Pädagogin arbeitete zuletzt 2009 regelmäßig im Schulbetrieb, bevor sie Atteste wegen einer angeblichen psychischen Erkrankung vorlegte. Trotz ihrer Abwesenheit bezog sie weiterhin ihr volles Gehalt vom Land – parallel betrieb sie eine private Praxis für alternative Heilmethoden.

Keine einzige offizielle Untersuchung in 16 Jahren Während des gesamten Zeitraums wurde die Lehrerin nie von einem Amtsarzt untersucht. Die Staatsanwaltschaft geht nun von gewerbsmäßigem Betrug aus und wirft ihr vor, wissentlich falsche Angaben gemacht zu haben, um ihre Bezüge zu sichern. Erst kürzlich durchsuchten Ermittler ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Speichermedien.

Ermittlungen konzentrieren sich auf die Jahre 2021 bis 2025 Der strafrechtliche Fokus liegt auf diesem Zeitraum, da ältere Vorwürfe möglicherweise bereits verjährt sind. Zudem prüfen die Behörden, ob die Lehrerin und eine Mitarbeiterin des Landesamts für Schule und Bildung beim Landschaftsverband Rheinland (Düsseldorf) ihre Dienstpflichten verletzt haben, indem sie die Krankschreibung nicht überprüften.

Land kündigt verschärfte Kontrollen an Als Reaktion auf den Fall will Nordrhein-Westfalen die Überwachung von langfristigen oder wiederkehrenden Krankschreibungen verschärfen, um ähnliche Missbrauchsfälle künftig zu verhindern.

Der Fall offenbart eklatante Lücken im System, die es der Lehrerin ermöglichten, über ein Jahrzehnt lang ohne Überprüfung ihr Gehalt zu beziehen. Bei einer Verurteilung drohen ihr Betrugsvorwürfe und die Anklage wegen Pflichtverletzung. Gleichzeitig arbeitet das Land an strengeren Regelungen für die Kontrolle von Langzeitfehlzeiten.

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