Meta überwacht Mitarbeiter-Daten für KI-Training – und löst Empörung aus
Greta WolfMeta überwacht Mitarbeiter-Daten für KI-Training – und löst Empörung aus
Das interne Überwachungstool Model Capability Initiative (MCI) von Meta hat bei Beschäftigten erhebliche Bedenken ausgelöst. Das Unternehmen sammelt seit April 2023 detaillierte Daten von US-Angestellten – darunter Tastatureingaben, Mausbewegungen und sogar den Inhalt privater E-Mails sowie Direktnachrichten, unabhängig vom Standort der Absender.
Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit Metas umfassender KI-Offensive, die darauf abzielt, KI-Agenten zu trainieren. Gleichzeitig wirft die Praxis rechtliche und ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz und die Privatsphäre der Mitarbeitenden. Im April 2023 kündigte Meta an, die Aktivitäten seiner US-Beschäftigten systematisch zu erfassen. Dazu gehören nicht nur Tastatureingaben und Mausklicks, sondern auch die Auswahl in Dropdown-Menüs sowie der vollständige Inhalt von E-Mails und internen Nachrichten. Das Tool soll Daten liefern, um KI-Modelle zu verbessern – ein zentraler Bestandteil der KI-Strategie des Konzerns.
Doch die umfangreiche Datensammlung stieß auf massive Kritik. Einige Mitarbeitende warfen dem Unternehmen vor, die Grenzen der Privatsphäre zu überschreiten, und hinterfragten die Rechtmäßigkeit der Praxis. Ein interner Beitrag, der das Tool scharf verurteilte, wurde später entfernt. Zudem äußerte ein Rechtsexperte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Befürchtung, die Vorgehensweise könnte gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen. Meta wies die Vorwürfe indes als ‚grundlegend falsch‘ zurück.
Die Kontroverse um MCI fällt in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierungen bei Meta. Noch im selben Monat entließ das Unternehmen 8.000 Beschäftigte und begründete die Kürzungen mit der Notwendigkeit, stärker in künstliche Intelligenz zu investieren. Die Kombination aus Massenentlassungen und der Einführung eines umstrittenen Überwachungssystems hat die Stimmung unter den verbleibenden Mitarbeitenden zusätzlich belastet. Die Einführung von MCI zeigt, wie weit Meta bereit ist zu gehen, um seine KI-Ziele zu erreichen – selbst auf Kosten interner Konflikte und rechtlicher Risiken. Während das Unternehmen die Vorwürfe zurückweist, bleibt unklar, wie die Datensammlung langfristig mit europäischen Datenschutzbestimmungen vereinbar sein soll.
Die Entwicklungen werfen zudem Fragen auf, inwiefern solche Überwachungsmaßnahmen künftig auch auf Mitarbeitende außerhalb der USA ausgeweitet werden könnten. Für die Betroffenen bleibt die Sorge, ob ihre Privatsphäre ausreichend geschützt wird – oder ob sie im Namen des technologischen Fortschritts zurückstehen muss.
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