Mexikos digitaler Boom treibt den Strombedarf auf Rekordniveau
Mexiko hat sich rasant zu einem zentralen Knotenpunkt für digitale Infrastruktur entwickelt. 2025 zog das Land beträchtliche Investitionen von Tech-Riesen wie AWS und Equinix an und stärkte damit seine Rolle in der globalen Datenwirtschaft.
Querétaro beherbergt mittlerweile etwa 65 Prozent der installierten Rechenzentrumskapazität Mexikos und ist somit zu einem zentralen digitalen und energetischen Drehkreuz geworden. Diese Anlagen laufen rund um die Uhr, verbrauchen enorme Mengen an Strom und erfordern durchgehende Kühlung sowie unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme. Die Belastung für das Stromnetz wird weiter steigen: Die mexikanische Vereinigung der Rechenzentren (Mexican Data Center Association) prognostiziert, dass das Land bis 2030 bis zu fünfmal so viel Stromkapazität benötigen wird wie derzeit.
Um den wachsenden Bedarf zu decken, kündigte Präsidentin Claudia Sheinbaum Pläne an, dass die staatliche Stromgesellschaft CFE vier neue Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke (GuD-Kraftwerke) errichten soll. Zudem strebt die Regierung an, bis 2030 zusätzliche 22.000 Megawatt Erzeugungskapazität aufzubauen. Gleichzeitig präsentierte Mexiko „Coatlicue“, den leistungsstärksten Supercomputer Lateinamerikas, der mit 15.000 Grafikprozessoren (GPUs) ausgestattet ist.
Der Energiebedarf der digitalen Infrastruktur ist enorm: Das Training eines einzigen fortschrittlichen Sprachmodells kann so viel Energie verbrauchen wie über hundert Haushalte in einem Jahr. Selbst eine einzige Anfrage an ChatGPT benötigt fünfmal mehr Strom als eine herkömmliche Internetsuche.
Der Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur treibt den Strombedarf Mexikos weiter in die Höhe. Neue Kraftwerke und zusätzliche Kapazitäten sollen dieses Wachstum unterstützen. Die digitale Transformation des Landes verändert seine Energielandschaft grundlegend.






