ORF-Spitzenkandidat Roland Weissmann tritt nach Belästigungsvorwürfen zurück
Greta WolfORF-Spitzenkandidat Roland Weissmann tritt nach Belästigungsvorwürfen zurück
Roland Weissmann, ein führender Kandidat für die Position des ORF-Generaldirektors, ist nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung zurückgetreten. Die Vorfälle, auf die sich die Anschuldigungen beziehen, sollen sich im Jahr 2022 ereignet haben. Weissmann bestreitet die Vorwürfe nachdrücklich, entschied sich jedoch angesichts der Kontroverse zum Rückzug.
Eine weitere prominente ORF-Persönlichkeit, Ingrid Thurnher, steht weiterhin unter Beobachtung. Als eines der bekanntesten Gesichter des Senders hat sie Schlüsselpositionen innegehabt, darunter die Leitung von ORF-Radio und die Chefredaktion von ORF III.
Weissmanns Rücktritt kommt überraschend, da er im Rennen um die ORF-Spitze als aussichtsreicher Favorit galt. Die Wahl eines neuen Generaldirektors war für August 2027 geplant, doch sein Rückzug wirft den Prozess nun in Ungewissheit. Die zwar bestrittenen, aber dennoch aufgetauchten Vorwürfe haben eine interne Überprüfung ausgelöst.
Eine Taskforce wurde eingerichtet, um die Details und den Kontext der Anschuldigungen zu untersuchen. Gleichzeitig hat der ORF-Stiftungsrat Bedenken hinsichtlich des Zeitpunkts der Vorwürfe geäußert und fragt, warum diese erst jetzt bekannt wurden und nicht näher am angeblichen Vorfall im Jahr 2022.
Thurnhers lange Karriere beim ORF umfasst Stationen als Fernsehansagerin, Moderatorin und leitende Redakteurin. Ihr Einfluss innerhalb der Organisation bleibt beträchtlich, auch wenn ihr Name nicht direkt mit den aktuellen Vorwürfen in Verbindung gebracht wird. Der Stiftungsrat konzentriert sich vorerst darauf, den Fall Weissmann zu klären, bevor größere Führungsfragen angegangen werden.
Die Untersuchung von Weissmanns Verhalten wird zeigen, ob weitere Schritte notwendig sind. Sein Rücktritt beseitigt einen Spitzenkandidaten aus dem Rennen um die Generaldirektion und zwingt den ORF, seine Führungsoptionen neu zu bewerten. Die Ergebnisse der Taskforce könnten zudem Auswirkungen auf künftige Personalentscheidungen und die internen Richtlinien des Senders haben.






