Pflegeversicherung am Abgrund: Warum Deutschlands Kassen vor dem Kollaps stehen

Admin User
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Zwei Frauen sitzen auf einem Sofa und halten Babys, mit Kissen drumherum, vor einer weißen Wand, mit einem Schreibtisch, Büchern und einer Zimmerpflanze links daneben.

Spitzenverband der Gesundheitspflege fordert Reform: Einige Pflegeheime drohen mit Zahlungsunfähigkeit - Pflegeversicherung am Abgrund: Warum Deutschlands Kassen vor dem Kollaps stehen

Deutschlands Pflegekasse steht vor dem Kollaps

Das deutsche System der Pflegeversicherung steht unter massivem Druck. Steigende Defizite und ein eklatanter Mangel an Pflegekräften bringen den Sektor an den Rand des Abgrunds – einige Kassen drohen sogar die Insolvenz. Branchenvertreter fordern dringend Reformen, um eine weitere Zuspitzung der Krise zu verhindern.

Der GKV-Spitzenverband, die Dachorganisation der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, warnt, dass mehrere Pflegekassen bis 2026 zusammenbrechen könnten. Ohne Gegenmaßnahmen werden sie ihre finanziellen Engpässe nicht mehr bewältigen können. Olivier Blatt, ein Sprecher des Verbands, bestätigte, dass einige Anbieter bereits in wenigen Wochen Notliquidität benötigen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.

Bundeshilfen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro haben die Lage vorläufig entspannt und das für 2026 prognostizierte Defizit fast ausgeglichen – doch die Entlastung ist nur von kurzer Dauer. Ab 2027 dürften weitere Kassen Nothilfen beantragen müssen, da die Ausgaben die Einnahmen weiterhin übersteigen.

Kritiker machen die Reform von 2017 als zentralen Auslöser der aktuellen Misere aus. Die Änderungen erweiterten den Anspruch auf Pflegeleistungen und verdoppelten nahezu die Zahl der als pflegebedürftig eingestuften Personen. Zwar profitierten dadurch mehr bedürftige Menschen von Unterstützung, doch die finanziellen Belastungen für das System wurden unhaltbar.

Die Warnsignale zeigen: Das System ist am Limit. Ohne strukturelle Veränderungen werden die Pflegekassen weiterhin auf Notfallmaßnahmen angewiesen sein. Die Kombination aus finanzieller Überlastung und Personalmangel bedeutet, dass weitere Verzögerungen bei Reformen die Krise für Träger und Pflegebedürftige weiter verschärfen würden.