07 May 2026, 22:06

Rheinmetall wächst trotz enttäuschender Quartalszahlen mit Rekordaufträgen

Alter deutscher Regierungsschatzschein mit gedrucktem Text und handgeschriebenen Zahlen.

Rheinmetall wächst trotz enttäuschender Quartalszahlen mit Rekordaufträgen

Rheinmetall meldet gemischte Ergebnisse im ersten Quartal – Umsatz und Gewinn steigen, doch die Zahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat für das erste Quartal ein durchwachsenes Ergebnis vorgelegt: Zwar stiegen Umsatz und Gewinn, doch die Zahlen lagen unter den Markterwartungen. Die Aktie des Unternehmens gab daraufhin über 2 % nach, da Anleger auf die verfehlten Prognosen reagierten. Gleichzeitig treibt das Unternehmen ehrgeizige Expansionspläne in den Bereichen Raketentechnik, Marinesysteme und internationale Partnerschaften voran.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Umsatz von Rheinmetall kletterte im ersten Quartal auf 1,94 Milliarden Euro – ein Plus von 8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch verfehlte das Unternehmen die Analystenschätzungen um 330 Millionen Euro. Auch das operative Ergebnis stieg um 17 % auf 224 Millionen Euro, blieb jedoch deutlich hinter den erwarteten 262 Millionen Euro zurück.

Der Auftragsbestand des Konzerns legte indes kräftig um 31 % zu und erreichte mit 73 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Erstmals sind darin auch Marinesysteme enthalten – ein Zeichen für die wachsende Ausrichtung auf die maritime Verteidigung. In diesem Zusammenhang hat Rheinmetall ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben und prüft zudem den Kauf eines Teils der rumänischen Werft Mangalia.

Im Raketensektor arbeitet das Unternehmen mit dem niederländischen Partner Destinus zusammen, um hochmoderne Marschflugkörper wie die Ruta Block 2 zu produzieren. Diese Waffe hat eine Reichweite von über 700 Kilometern und ist darauf ausgelegt, kritische Infrastruktur zu treffen. Die Serienproduktion soll Ende 2026 oder Anfang 2027 anlaufen. Zudem lotet Rheinmetall eine mögliche Kooperation mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon aus, während die Gespräche mit Lockheed Martin nur zögerlich vorankommen.

In Kürze rechnet das Unternehmen mit Großaufträgen im Bereich Marinesysteme und militärische Fahrzeuge. Auch das Munitionswerk in Murcia (Spanien) soll im zweiten Quartal die volle Kapazität erreichen. Darüber hinaus verhandelt Rheinmetall mit mehreren Ländern im Nahen Osten über die Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen im Jahr 2025.

Trotz des aktuellen Kursrückgangs baut Rheinmetall seine Verteidigungsfähigkeiten und globale Präsenz weiter aus. Der stark gewachsene Auftragsbestand und die geplante Produktion von Marschflugkörpern unterstreichen den Vorstoß in hochtechnologische Waffensysteme. Weitere Fortschritte bei Marineübernahmen und Geschäften im Nahen Osten könnten die künftige Entwicklung des Konzerns maßgeblich prägen.

Quelle