Sanitas-Werbung entpuppt sich als trügerische Falle für chronisch Kranke
Greta WolfSanitas-Werbung entpuppt sich als trügerische Falle für chronisch Kranke
Eine Werbekampagne des Schweizer Krankenversicherers Sanitas ist als unlauter und irreführend eingestuft worden. Das Unternehmen hatte behauptet, der einzige Anbieter zu sein, der Menschen mit Vorerkrankungen einen vollständigen Versicherungsschutz biete. Doch ein Mann mit Morbus Crohn stellte fest, dass sein Antrag abgelehnt wurde – obwohl er sich von der Zusicherung hatte anlocken lassen.
Sanitas hatte mit einer groß angelegten Kampagne geworben, in der es hieß, Vorerkrankungen würden in den Zusatzversicherungen abgedeckt. Die Botschaft erreichte ein breites Publikum, und die Versicherung erhielt sogar den Swiss Insurance Innovation Award für die Einführung eines individuellen Prämienzuschlags.
Ein an Morbus Crohn erkrankter Mann beantragte eine Versicherung in dem Glauben, aufgenommen zu werden. Stattdessen erhielt er einen standardmäßigen Ablehnungsbescheid. Sanitas begründete dies damit, dass je nach Erkrankung nicht immer ein Angebot möglich sei.
Die Fairness-Kommission prüfte den Fall und entschied gegen den Versicherer. Sie kam zu dem Schluss, dass die Werbung Kunden in die Irre geführt habe, indem sie eine pauschale Aufnahme suggerierte, obwohl dies nicht der Realität entsprach.
Das Urteil bestätigt, dass die Kampagne von Sanitas nicht mit der tatsächlichen Praxis übereinstimmte. Kunden, die sich auf die beworbenen Zusagen verließen, erhielten keine garantierte Deckung. Die Entscheidung zeigt die Kluft zwischen Marketingversprechen und der realen Situation für Menschen mit Vorerkrankungen auf.






