23 May 2026, 01:03

Sinaloa erlebt dramatischen Anstieg der Gewalt gegen Polizisten durch Kartellkriege

Polizeieinsatzopfer steigen während der Amtszeit von Rocha Moya

Sinaloa erlebt dramatischen Anstieg der Gewalt gegen Polizisten durch Kartellkriege

Gewalt gegen Polizisten in Sinaloa steigt dramatisch an

In den vergangenen vier Jahren hat die Gewalt gegen Polizeibeamte im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa drastisch zugenommen. Zwischen 2022 und April 2026 stieg die Zahl getöteter Polizisten um 1.100 Prozent – ein alarmierendes Zeichen für die tiefe Krise der öffentlichen Sicherheit. Experten warnen, dass schlecht ausgerüstete und unzureichend vorbereitete Sicherheitskräfte mit der eskalierenden Gewalt zwischen Drogenkartellen kaum noch Schritt halten können.

Noch im Jahr 2022 wurden in Sinaloa vier Polizisten ermordet. 2023 stieg die Zahl auf fünf, 2024 auf 16 und 2025 auf 48. Allein von Januar bis April 2026 kamen weitere 15 Beamte ums Leben. Bundesweit verloren im selben Zeitraum 1.596 Polizeikräfte auf staatlicher und kommunaler Ebene ihr Leben.

Forscher führen den drastischen Anstieg der Morde auf tiefgreifende institutionelle Versäumnisse zurück. Der Sicherheitsexperte Asael Nuche González verweist auf jahrelange Vernachlässigung der öffentlichen Sicherheitsstrukturen. Alan García Huitrón, Präsident der Lateinamerikanischen Gesellschaft für Kriminologie, betont die langjährige prekäre Arbeitsbedingungen der Beamten in Sinaloa. Viele Streifenpolizisten seien mit veralteten 9-mm-Dienstwaffen im Einsatz – hoffnungslos unterlegen gegenüber den hochgerüsteten Arsenalen der Kartelle.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Hauptursache für die Gewalt sind die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Kartellen Los Chapitos und La Mayiza. Immer wieder geraten Polizisten zwischen die Fronten. Der Forscher Juan Carlos Montero Bagatella argumentiert, dass jüngste Umstrukturierungen der Polizeikräfte in Sinaloa kaum etwas an den kartellbedingten Blutbädern geändert hätten. Elsa Verónica Jiménez Jiménez, Direktorin der Beratungsfirma GCI Consultores, fordert dringend eine Professionalisierung der Kräfte, bessere Ausbildung und moderne Ausstattung.

Sinaloa steht mit dieser Krise nicht allein da. Auch in den Bundesstaaten Guanajuato, Guerrero, Michoacán, Jalisco, Zacatecas, Estado de México, Veracruz, Nuevo León und Baja California gehören Polizeimorde zu den höchsten im Land.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 1.596 getötete Beamte bundesweit seit 2022, wobei die Opferzahlen in Sinaloa Jahr für Jahr stark ansteigen. Ohne grundlegende Reformen in Ausbildung, Ausstattung und institutioneller Unterstützung wird sich dieser Trend kaum umkehren lassen. Die Polizisten bleiben schutzlos, während die Kartellkonflikte in den zentralen Regionen weiter eskalieren.

Lesen Sie auch:

Quelle