09 June 2026, 05:02

Skandal um Lebensmittelpakete in Tamaulipas: Unternehmer zwischen Betrug und Erpressung

Geschichte eines 'Moche' in der Regierung von Américo Villarreal

Skandal um Lebensmittelpakete in Tamaulipas: Unternehmer zwischen Betrug und Erpressung

Ein Rechtsstreit um einen Vertrag zur Verteilung von Lebensmittelpaketen im Bundesstaat Tamaulipas hat eine dramatische Wende genommen. Der Unternehmer Israel Valdez Sánchez hatte zunächst den Zuschlag für die Lieferung von fast zwei Millionen Lebensmittelkörben erhalten, sieht sich nun aber Betrugsvorwürfen ausgesetzt. In den Fall verwickelt sind hochrangige Beamte, Drohungen und ein Tribunalsurteil, das später wieder aufgehoben wurde.

Der Fall nahm seinen Anfang, als Felipe Salinas Mansur sich an Valdez Sánchez mit einem Vorschlag zur Beschaffung der Lebensmittelpakete wandte. Im Februar 2023 reichte dessen Unternehmen das siegreiche Angebot ein, um 1.708.490 Lebensmittelkörbe in mehreren Städten zu verteilen – die Lieferungen sollten im zweiten Quartal desselben Jahres erfolgen. Nach Vertragsabschluss mietete Valdez Sánchez Lagerhallen an, stellte Personal ein und erwarb Vorräte im Wert von nahezu zwei Millionen Paketen.

Kurz darauf wurde der Vertrag jedoch gekündigt. Valdez Sánchez traf sich mit den SEBIEN-Beamten Samuel Badillo und Alejandra Félix, um das Problem zu besprechen, fand aber keine Lösung. Daraufhin reichte er Klage ein, woraufhin das Verwaltungsgericht von Tamaulipas zunächst zu seinen Gunsten entschied. Der Bundesstaat wurde zur Zahlung von knapp 500 Millionen Pesos Schadensersatz verurteilt.

Der Erfolg war jedoch nur von kurzer Dauer. Das Gericht revidierte seine Entscheidung, und Beamte warfen Valdez Sánchez vor, Unterschriften gefälscht zu haben, um den Vertrag zu erhalten. Noch vor der Urteilsänderung hatte der Unterstaatssekretär Jorge Luis Beas Gómez ihn aufgesucht und ihn angeblich unter Druck gesetzt, die Klage fallen zu lassen. Zuvor hatte Américo Villarreal Santiago, der Sohn des Gouverneurs von Tamaulipas, laut Berichten eine „Provision“ von 80 Millionen Pesos gefordert – zusätzlich sollten 30 Millionen Pesos in Saltillo, Coahuila, hinterlegt werden.

Mit der Kehrtwende des Gerichts steht Valdez Sánchez nun vor schweren Vorwürfen. Sein Vertrag bleibt gekündigt, und der Staat schuldet ihm keine Entschädigung mehr. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Streitigkeiten um öffentliche Aufträge und die Verquickung von Politik und Wirtschaft in Tamaulipas.

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