26 April 2026, 03:03

St. Gallen streicht Tempo-30-Zonen – doch hilft das gegen den Straßenlärm?

Geschwindigkeitsbegrenzungsschild am Straßenrand mit Gras, Strommasten, einem Zaun, Häusern, Bäumen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

St. Gallen streicht Tempo-30-Zonen – doch hilft das gegen den Straßenlärm?

Kanton St. Gallen will Tempo-30-Zonen auf Hauptstraßen einschränken – trotz Lärmdebatte

Der Kanton St. Gallen plant, Tempo-30-Zonen auf wichtigen Verkehrsadern stärker zu begrenzen – und das trotz anhaltender Diskussionen über den Lärmschutz. Ein neues Gesetz hat zwar die erste Lesung im Kantonsrat passiert, doch Kritiker zweifeln daran, dass es die örtlichen Verkehrsprobleme löst. Parallel testen die Behörden Alternativen wie lärmarme Straßenbeläge und Schallschutzmaßnahmen.

Eine Mehrheit im Kantonsrat hat kürzlich einen Gesetzesentwurf unterstützt, der Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen verbietet – mit nur wenigen Ausnahmen. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, steht jedoch im Juni eine zweite Lesung sowie eine abschließende Abstimmung an. Bis dahin gilt bereits ein Moratorium für neue Tempo-30-Zonen.

Lokale Widerstandsfront: Zweifel an der Wirksamkeit gegen Lärm Gegen den Vorstoß regt sich Widerstand, insbesondere von den Gemeindevorstehern in Lichtensteig und Sargans. Sie bezweifeln, dass das Verbot die Lärmbelastung in ihren Gebieten verringert. Sargans hat sogar offiziell Beschwerde beim Bau- und Umweltdepartement eingereicht und die vorübergehenden Einschränkungen angefochten.

Alternativen zum Tempolimit: Teure Lösungen mit Fragezeichen Statt auf Geschwindigkeitsbegrenzungen zu setzen, prüft der Kanton andere Maßnahmen zur Lärmreduktion. Dazu gehören lärmmindernde, poröse Straßenbeläge, deren Tests bisher gemischte Ergebnisse brachten, sowie Schallschutzfenster und Lärmschutzwände. Allerdings sind leiser Asphalt und ähnliche Beläge nicht nur 15 bis 25 Prozent teurer als Standardvarianten, sondern nutzen sich auch schneller ab.

Die neue Vorlage verlangt zudem eine detaillierte Kostenaufstellung für den Verzicht auf Tempo-30-Zonen – inklusive der Mehrkosten für alternative Lärmschutzmaßnahmen. Politiker aus Rapperswil-Jona hinterfragen, wie die Umstellung konkret umgesetzt werden soll, besonders vor dem Hintergrund des geplanten Stadt-Tunnels in Rapperswil bis 2040. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Verkehrsstrategie, die weitere Maßnahmen zur Verkehrssteuerung vorsieht.

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Entscheidung im Juni: Teure Kompromisse in Sicht? Das geplante Gesetz wird im Juni zur zweiten Lesung zurückkehren, bevor eine finale Entscheidung fällt. Sollte es angenommen werden, setzt der Kanton künftig stärker auf kostspielige Lärmschutzlösungen statt auf Tempolimits. Die Weichenstellung wird zeigen, wie St. Gallen in den kommenden Jahren Verkehrsfluss, Haushaltsbelange und lokale Widerstände unter einen Hut bringt.

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