Tempelhofer Feld: Berlins Wohnungsbau-Debatte sucht Kompromiss zwischen Grün und Neubauten
Amelie KrügerTempelhofer Feld: Berlins Wohnungsbau-Debatte sucht Kompromiss zwischen Grün und Neubauten
Berlins Wohnungsnot entfacht neue Debatte über die Zukunft des Tempelhofer Felds
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner unterstützt Pläne, am Rand des ehemaligen Flughafenareals Wohnungen zu errichten. Gleichzeitig schlägt ein Bürgerbündnis vor, Tausende neue Wohnungen zu bauen, ohne die offenen Grünflächen anzutasten.
2014 stimmten die Berliner in einem Volksentscheid gegen eine Bebauung des Tempelhofer Felds und bewahrten so 200 Hektar Freifläche. Das Tempelhofer-Feld-Gesetz sichert diesen Schutz bis heute.
Nun legt ein neues Bürgerbegehren einen Kompromiss vor: 21.400 Wohnungen sollen am Rand des Geländes entstehen, während die zentrale Wiesenlandschaft unberührt bleibt. Dieser Ansatz entspricht dem Gesetz und reagiert zugleich auf Berlins dringenden Wohnungsbedarf.
Bürgermeister Wegner befürwortet den Bau an den Rändern als Teil eines umfassenderen Plans. Die Stadt will in den nächsten zehn Jahren 56.000 Wohnungen schaffen – bezahlbarer Wohnraum für etwa 120.000 Menschen. Der Großteil soll durch Neubauten entstehen.
Auch Berlins sieben landeseigene Wohnungsbaugesellschaften wollen ihre Bestände ausbauen. Die Zahl ihrer verwalteten Wohnungen soll von 408.000 im Jahr 2023 auf 440.000 bis 2030 steigen. Bis 2035 wird ein Bestand von fast 465.000 erwartet.
Die Diskussion um das Tempelhofer Feld zeigt Berlins Spannungsfeld zwischen Wohnungsbau und Erhalt von Grünflächen. Wird der Bürgerkompromiss umgesetzt, könnten Tausende Wohnungen entstehen, ohne die Wiesen zu verkleinern. Gleichzeitig planen die städtischen Wohnungsgesellschaften, ihren Bestand in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.






