Warum internationale Studierende in Deutschland immer häufiger bleiben – und Jobs finden
Lukas FrankeWarum internationale Studierende in Deutschland immer häufiger bleiben – und Jobs finden
Internationale Studierende in Deutschland bleiben immer häufiger langfristig – und finden nach dem Abschluss oft eine Anstellung. Eine neue Studie zeigt: Wer während des Studiums Praktika oder fachnahe Jobs absolviert, hat deutlich bessere Berufsaussichten. Dennoch erhalten nur wenige Studierende verpflichtende Deutschkurse als Teil ihres Studienplans – obwohl dies ein entscheidender Vorteil wäre.
Wer sich etwa vier Jahre in Deutschland aufhält, bevor er oder sie nach einer Stelle sucht, hat größere Erfolgschancen. Diese Zeit hilft, Sprachkenntnisse zu vertiefen und berufliche Netzwerke aufzubauen. Studierende, die aus finanziellen Gründen in nicht fachbezogenen Nebenjobs arbeiten, tun sich dagegen deutlich schwerer, einen passenden Arbeitsplatz zu finden.
Deutschkenntnisse sind selbst für englischsprachige Stellen oft entscheidend. Die Daten belegen zudem: Internationale Absolventen deutscher Hochschulen finden dreimal häufiger eine Anstellung als Zuwanderer, die ausschließlich zum Arbeiten nach Deutschland kommen. Zudem möchten Hochqualifizierte, die über ein Studium einreisen, 1,6-mal öfter dauerhaft bleiben.
Über die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland belegt MINT-Fächer – und stellt damit eine wertvolle potenzielle Fachkraftreserve dar. Dies kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Mangel an MINT-Experten in Deutschland bei 148.500 liegt und in den nächsten zehn Jahren mit einem Rückgang von 1,85 Millionen Erwerbstätigen gerechnet wird. Rund 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, blieben nach einer Jobzusage langfristig im Land.
Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig Praktika, Sprachkompetenz und berufsrelevante Erfahrungen für internationale Studierende sind. Wer früh in den Arbeitsmarkt integriert wird, bleibt eher. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels in Deutschland könnten diese Absolventen dazu beitragen, dringend benötigte Lücken in Schlüsselbranchen zu schließen.






