Zehntausende protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt nach Fernandes' Enthüllungen
Amelie KrügerZehntausende protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt nach Fernandes' Enthüllungen
Massendemonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg zieht Zehntausende an
Bei einer Kundgebung gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg haben sich Zehntausende versammelt. Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl auf 22.000, die Polizei sprach von 17.000 – deutlich mehr als die erwarteten 7.500. Die Demonstration folgte auf jüngste Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes, die öffentlich über Misshandlungen durch ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, berichtete.
Fernandes trat vor dem Hamburger Rathaus auf die Bühne, sichtbar kämpfte sie mit den Worten. Sie trug eine schusssichere Weste und begründete dies mit Todesdrohungen, die sie nach ihren Schilderungen von Männern erhalten habe. Während sie zur Menge sprach, umringten Polizisten sie zum Schutz.
Die Proteste sind Teil einer wachsenden Bewegung: Bereits zuvor hatte es Demonstrationen in Berlin gegeben, weitere sind in Köln und München geplant. Luisa Neubauer, die bei der Berliner Kundgebung sprach, fragte, warum sich deutsche Spitzenpolitiker – einschließlich der Bundeskanzlerin – nicht öffentlich hinter Betroffene stellen. Sie warnte, dass ein Großteil der Gewalt und des Hasses im Verborgenen bleibe.
Fernandes stellte die Kultur des Schweigens infrage und fragte, warum Opfer die Wahrheit offenlegen müssten, während Täter keiner Verantwortung gegenüberstünden. Als die Menge skandierte "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!", forderte sie die Gesellschaft auf, das Problem endlich offen anzugehen.
Die Hamburger Demonstration markiert einen weiteren Höhepunkt der öffentlichen Empörung über sexualisierte Gewalt. Mit Protesten, die sich in ganz Deutschland ausbreiten, fordern Veranstalter und Redner mehr Sichtbarkeit und Unterstützung. Fernandes' Auftritt – trotz der Drohungen – hat die Forderungen nach strukturellen Veränderungen noch dringlicher werden lassen.






