Altersarmut 2024: 3,7 Millionen Rentner:innen kämpfen um ihre Existenz

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Eine animierte Abbildung mehrerer Frauen, die nebeneinander stehen und ähnlich aussehen, mit Zahlen von 04 bis 08 und 19 darauf, einige mit flackernden Gesichtern.

3,7 Millionen Rentner in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen - Altersarmut 2024: 3,7 Millionen Rentner:innen kämpfen um ihre Existenz

Altersarmut in Deutschland erreicht 2024 Rekordniveau

Im Jahr 2024 hat die Altersarmut in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht: 3,7 Millionen Rentner:innen sind von finanzieller Not oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorjahren und lösen Warnungen von politischen Gruppen und Seniorenverbänden vor einer verschärften Rentner 2025.

Laut den neuesten Erhebungen stieg die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Rentner:innen 2024 auf 3,744 Millionen – ein Plus von 328.000 im Vergleich zu 2022. Das entspricht einem Anstieg um 9,6 Prozent. Betroffen sind nun 21,2 Prozent aller Rentner:innen, nach 20,6 Prozent im Jahr 2023 und 19,8 Prozent 2022. Besonders hart trifft es Frauen: 2,267 Millionen (23,1 Prozent) sind gefährdet, bei den Männern sind es 1,477 Millionen (18,7 Prozent).

Zwischen 2022 und 2024 rutschten zusätzlich 184.000 Frauen und 144.000 Männer in die Altersarmut ab. Doch das Problem beschränkt sich nicht auf Rentner:innen: Die höchste Risikogruppe bilden die 18- bis 25-Jährigen mit einer Quote von 30,3 Prozent. Insgesamt blieb die nationale Armutsgefährdungsquote über alle Altersgruppen hinweg jedoch stabil bei 21,1 Prozent.

Der politische Druck wächst. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kritisierte die Politik, die die Altersarmut anheize, und forderte Reformen wie höhere Renten, geringere Abgaben und eine Steuerfreiheit für Renten bis 2.000 Euro. Auch Die Linke wies auf das niedrige Rentenniveau hin, insbesondere in Sachsen-Anhalt. Fabio De Masi, Vorsitzender des Bundesrentnerverbands, nannte die Lage „Deutschlands größten sozialen Zündstoff“.

Soziale Ausgrenzung liegt vor, wenn mindestens eine von drei Bedingungen erfüllt ist: Armutsrisiko (Einkommen unter 60 Prozent des Median), erhebliche materielle Entbehrungen oder Leben in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.

Die Daten bestätigen einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr Rentner:innen kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten. Die Forderungen nach grundlegenden Reformen der Rentenversicherung werden lauter, während politische Gruppen und Interessenvertreter:innen dringendes Handeln fordern, um die wachsende Gefahr der Altersarmut einzudämmen.