10 May 2026, 01:00

Ein Jahr Karinas Gesetz: Wie Illinois häusliche Gewalt mit Waffenentzug bekämpft

Old book titled "Z.D. Nuremberg, Germany, 1791" with a stamp indicating it is a first edition, and a piece of paper with handwritten text laid on top.

Ein Jahr Karinas Gesetz: Wie Illinois häusliche Gewalt mit Waffenentzug bekämpft

Vor einem Jahr trat in Illinois ein neues Gesetz in Kraft, das den Namen einer Mordopferin trägt: Karinas Gesetz. Es soll Beschuldigten in Fällen häuslicher Gewalt den Zugang zu Schusswaffen entziehen. Die Initiative geht auf eine tragische Tat zurück – die Ermordung von Karina Gonzalez im Jahr 2023 – und wurde maßgeblich von ihrem Sohn Manny Alvarez vorangetrieben, der sich unermüdlich für die Verabschiedung einsetzte.

Die Bilanz nach zwölf Monaten zeigt sowohl Erfolge als auch weiterhin bestehende Herausforderungen. Das Gesetz ermöglicht es Behörden, bei Verdacht auf häusliche Gewalt schneller zu handeln. Im vergangenen Jahr wurden dank der neuen Regelung allein 148 Anordnungen zur Beschlagnahmung von Waffen ausgestellt – eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den zehn Jahren zuvor. Im Cook County, einer der am stärksten betroffenen Regionen, waren es vor der Einführung von Karinas Gesetz lediglich 85 solche Beschlüsse innerhalb eines Jahrzehnts.

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Tatsächlich führten die Maßnahmen 2023 zur Einziehung von 58 Schusswaffen bei beschuldigten Gewalttätern im Cook County. Dennoch gab es auch Rückschläge: 70 der eingeleiteten Verfahren mussten aufgrund von Verfahrensproblemen eingestellt werden. Dies unterstreicht, dass trotz der Fortschritte noch Verbesserungsbedarf bei der Umsetzung besteht.

Manny Alvarez, der sich nach dem Tod seiner Mutter vehement für das Gesetz starkgemacht hatte, spielte nicht nur bei dessen Verabschiedung eine zentrale Rolle, sondern bleibt auch weiterhin eine wichtige Stimme in der Debatte. Befürworter betonen zwar, dass erste Erfolge sichtbar sind, mahnen jedoch gleichzeitig, dass noch mehr getan werden muss, um Betroffene häuslicher Gewalt wirksam zu schützen. Ein Jahr nach Inkrafttreten von Karinas Gesetz zeigt sich, dass die Regelung konkrete Auswirkungen hat – sowohl bei der Anzahl der Waffenbeschlagnahmungen als auch bei der Sensibilisierung für das Thema. Gleichzeitig machen die eingestellten Verfahren deutlich, dass weitere Anpassungen nötig sind, um die Schutzmechanismen zu stärken. Die Arbeit von Aktivisten wie Manny Alvarez bleibt daher weiterhin entscheidend, um die Lücken im System zu schließen und die Sicherheit von Gefährdeten nachhaltig zu verbessern.

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