EnviaM: Gasverkauf überholt Strom – doch die Preisschere bleibt
Der Energieversorger EnviaM verzeichnet deutliche Verschiebungen bei Nachfrage und Preisen. Während der Stromabsatz 2025 auf 6.717 Gigawattstunden sank, stieg der Gasverkauf auf 8.450 Gigawattstunden – ein Trend, der die wachsende Kluft zwischen beiden Bereichen unterstreicht.
Das Unternehmen versorgt Haushalte und Betriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen mit Strom, Gas, Wärme und Internet. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Konditionen für Neu- und Bestandskunden. Die eigenen Zahlen von EnviaM belegen, dass der Gasabsatz den Stromverkauf zunehmend überholt. Dennoch profitieren langjährige Kunden von stabilen Preisen: Trotz der Marktunruhen seit Beginn des Ukraine-Kriegs blieb ihr Tarif unverändert. Neukunden hingegen zahlen für Gas 10 bis 15 Prozent mehr – bundesweit sind die Gaspreise für neue Verträge sogar um etwa 20 Prozent gestiegen.
Im Strombereich gewinnt das Unternehmen dagegen an Nachhaltigkeit. Über 59 Prozent des Strommix stammen mittlerweile aus erneuerbaren Energien. Bei der Wärmeversorgung jedoch hinkt die Umstellung hinterher: Nur 18 Prozent der Fernwärme werden aus grünen Quellen gewonnen.
Die Nachfrage nach Energieinfrastruktur bleibt hoch. Täglich gehen über 100 Anfragen für Netzanschlüsse ein, getrieben von der Expansion lokaler Unternehmen und Rechenzentren in der Region. Die Entwicklungen bei EnviaM spiegeln die gegenwärtigen Herausforderungen des Energiemarkts wider. Während der Ausbau erneuerbarer Energien im Stromsektor voranschreitet, bleibt die Wärmewende ein zentrales Thema. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Preisgestaltung für Gas weiterhin zwischen Neu- und Bestandskunden differiert – ein Indiz für die anhaltenden Folgen der Energiekrise.






