Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

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Tuchstücke, ein Mobiltelefon und eine Geldbörse sind auf einer Oberfläche angeordnet.

Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen - Pflichtige Kartenzahlung: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen

In Deutschland spitzt sich die Debatte über eine Pflicht zur Kartenzahlung in der Gastronomie zu. Niedersachsen schlägt vor, Restaurants und Cafés zu verpflichten, digitale Zahlungen anzunehmen. Branchenvertreter warnen jedoch, dass solche Vorschriften kleine Betriebe unnötig belasten würden.

Fast alle Gaststätten bieten zwar bereits Kartenzahlung an, doch besonders bei Kleinstbeträgen wie für einen Kaffee oder ein Bier bleiben die Gebühren ein Problem.

Der Vorstoß für eine Kartenzahlungspflicht ist Teil der Bemühungen Niedersachsens, den Sektor zu modernisieren. Eine Umfrage von Mastercard ergab, dass mittlerweile rund 90 Prozent der Gastronomiebetriebe digitale Zahlungen akzeptieren. Daten von Statista zeigen jedoch, dass nur 45 Prozent digitale Kassen nutzen, die Kartenzahlungen effizient abwickeln.

Ingrid Hartges, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), lehnt den Vorschlag ab. Sie kritisiert, dass die Transaktionsgebühren für kleine Umsätze – etwa ein einzelnes Bier oder ein Eis – unverhältnismäßig hoch seien. Ihre Haltung spiegelt die Sorge wider, dass eine Kartenzahlungspflicht vor allem unabhängige Betriebe übermäßig belasten könnte. Darüber hinaus unterstützt Hartges einen Regierungsplan, der Rentner zu Teilzeitarbeit motivieren soll. Ab 2026 sollen Steuererleichterungen ältere Arbeitnehmer fördern, die etwa am Wochenende an der Hotelrezeption jobben. Sie sieht darin eine Möglichkeit, den Personalmangel zu lindern, ohne die Bezahlsysteme grundlegend umzukrempeln.

Die Auseinandersetzung zeigt das Spannungsfeld zwischen Modernisierung und den praktischen Kosten für kleine Unternehmen. Zwar akzeptieren die meisten Betriebe bereits Karten, doch die Gebühren bleiben ein Streitpunkt. Zudem könnte das Rentner-Teilzeitmodell der Regierung die Branche in den kommenden Jahren personell verändern.