Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen wollen
Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen wollen
ARD und ZDF setzen auf neue Reportageformate, um jüngere Zuschauer zu gewinnen – doch die personalisierte Erzählweise wirft Fragen über die Zukunft des Journalismus auf.
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF führen zunehmend Reportageformate ein, die gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei persönliche, emotional aufgeladene Geschichten, in denen oft die Reporter:innen selbst zur Hauptfigur werden. Doch während dieser Ansatz an Beliebtheit gewinnt, mehren sich die Bedenken, welche Auswirkungen er auf den traditionellen Journalismus haben könnte.
Eine aktuelle Studie untersucht fünf zentrale Formate: VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage. Sie alle setzen auf Authentizität und Glaubwürdigkeit, indem sie die subjektiven Perspektiven aufgreifen, wie sie junge Nutzer:innen von sozialen Medien gewohnt sind.
Die neue Welle des Reportagejournalismus markiert einen deutlichen Bruch mit klassischen journalistischen Grundsätzen. Statt auf Objektivität und Neutralität zu setzen, rücken hier die Sichtweisen der Reporter:innen in den Vordergrund – manchmal auf Kosten des eigentlichen Themas. Zwar kommt dieser Stil bei jüngeren Zuschauer:innen gut an, doch zeigen sich bereits erste Ermüdungserscheinungen. Manche empfinden den ständigen Fokus auf die Ich-Perspektive mittlerweile als repetitiv und übertrieben.
Die Studie analysiert fünf Formate im Detail. VOLLBILD, produziert vom ARD-team.recherche, zeigt Reporter:innen, die sich kontroversen Themen widmen – etwa in der Folge „Belästigt und bedrängt: Wie brutal ist das Fashion Business?“ (zu Deutsch: „Bedrängt und unter Druck: Wie brutal ist die Modebranche?“). Auch exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage folgen einem ähnlichen Muster, wobei die Studie keine konkreten Namen der verantwortlichen Journalist:innen nennt. Zum Vergleich: Das Format Galileo (nicht Teil der Untersuchung) führt sein Team transparent auf, darunter Harro Füllgrabe, Claire Oelkers und Vincent Dehler.
Kritiker:innen monieren, dass viele dieser Formate kaum eigenständige Profile entwickeln. Die Themen überschneiden sich häufig, und tiefgehende investigativ-journalistische Arbeit kommt mitunter zu kurz. Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen damit vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen Authentizität und persönliche Ansprache mit journalistischer Sorgfalt in Einklang bringen. Gelingt ihnen das nicht, drohen sie gerade bei der Zielgruppe an Relevanz zu verlieren, die sie erreichen wollen.
Der Trend zu „Journalist:innen als Erzähler:innen in der ersten Person“ scheint unumkehrbar. Doch damit diese Formate langfristig überzeugen, müssen sie vor allem eines leisten: die richtigen Geschichten finden – und nicht nur die richtigen Geschichtenerzähler:innen.
Der Aufstieg des personalisierten Reportagejournalismus spiegelt einen grundlegenden Wandel wider, wie junge Menschen Nachrichten konsumieren. Doch der Ansatz birgt Risiken: von der Überflutung mit ähnlichen Inhalten bis hin zu einem möglichen Rückgang an investigativer Tiefe. Während sich die öffentlich-rechtlichen Sender anpassen, wird ihre Fähigkeit, Glaubwürdigkeit zu wahren und gleichzeitig relevant zu bleiben, über die Zukunft dieser Formate entscheiden.
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